Eine schöne Analyse von netz-reputation.de

netz-reputation.de erklärt am Beispiel der Kampagne #ichhabnichtangezeigt, wie eine Social Media Kampagne zu einem Tabuthema funktionieren kann:

„Social Media Kampagne als Instrument für NGOs – Mit Hashtag helfen

Twitter-Kampagne #ichhabnichtangezeigt

NGOs nutzen Social Media bereits seit Jahren aktiv für ihre Kommunikation. Kampagnen zu Themen wie Umwelt- und Artenschutz, Klimawandel oder Menschenrechte erreichen über Facebook&Co. ein Millionenpublikum. Jetzt hat eine Gruppe von ehrenamtlichen Aktivistinnen die Twitter-Kampagne #ichhabnichtangezeigt ins Leben gerufen, bei der es um das Tabuthema sexueller Missbrauch geht.“ [mehr]

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Ein Kommentar zu “Eine schöne Analyse von netz-reputation.de

  1. Die Analyse finde ich auch sehr gut.

    Die Aktion ist sehr wichtig, und kommt m.E. auch wegen des Optimismus gut an. Da wird Hoffnung geweckt, dass wenn man anzeigt, man auch Gerechtigkeit bekommt.

    Für Opfer, die noch nicht angezeigt haben – und das dürfte die Mehrheit der Betroffenen sein – ist dieses Gefühl auch wichtig.

    Als Vergewaltigungsopfer, welches bereits angezeigt hat, wünsche ich mir aber doch auch eine „Warnung“ auf der Seite.

    Jura bewertet eine Tat ganz anders als die Psychologie. Wer durch diese oder andere Aktionen überlegt, doch selbst eine Anzeige zu erstattet, sollte sich also vorher bei einem Anwalt (und nicht nur bei einer Beratungsstelle oder Therapeuten) informieren, ob das, was sie erleben mussten, juristisch als eine Straftat bewertet werden kann. Man sollte sich auch informieren, was in einem Strafverfahren auf einem zukommen kann.

    Ich empfand das Verfahren schlimmer als die Tat selbst. Und darüber zu sprechen ist schwer, weil man da auch nicht ganz geglaubt wird, dass die Justiz so verfährt. Und weil man sich schon real geoutet hat.

    Politisch und aktivistisch ist es sicher sinnvoll, wenn möglichst viele anzeigen, damit man sieht, wieviele Anzeigen eingestellt werden. Und damit der Gesetzgeber anfängt zu überlegen, ob die derzeitigen Gesetze in der Form wirklich so angemessen sind.

    Das ist aber mit viel persönlichem Opfer seitens der Betroffenen verbunden. Für die Einzelnen kann es also auch besser sein, nicht anzuzeigen. Die Entscheidung ist individuell, und jeder muss das für sich entscheiden und nicht unter Druck setzen lassen.

    Man sollte sich nie vergessen – vorm Gericht bekommt man ein Urteil, keine Gerechtigkeit.

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