#ichhabnichtangezeigt

Bestimmte Themen können bei vielen Menschen zur einer Retraumatisierung beitragen – so auch hier. Im Netz ist es daher üblich geworden, vor solche Themen eine Triggerwarnung zu setzen. Mehr erfahren Sie, wenn Sie auf den Button klicken.

Sie sind vergewaltigt worden, waren sexualisierter Gewalt ausgesetzt, und haben dies nicht oder noch nicht angezeigt? Bitte brechen Sie Ihr Schweigen. Machen Sie es öffentlich. Schreiben Sie, warum Sie noch nicht oder niemals Anzeige erstattet haben, sehr gerne auch anonym. Klicken Sie auf den roten Satz:

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Ihre Erfahrungen sind uns sehr wichtig und wir nehmen sie sehr ernst.  Aus Sorge für die betroffenen Frauen und Leserinnen, Männer und Leser, möchten wir auf dieser Seite einen möglichst geschützten Raum anbieten. Daher machen wir zu detaillierte Einträge nach einigen Zeilen unsichtbar. Wir wollen auf keinen Fall zu einer Retraumatisierung beitragen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn wir ihren Eintrag aus diesem Grund auf dieser Seite kürzen. Ihre Nachricht bleibt Bestandteil unserer Aktion.

Wir veröffentlichen Ihre anonymen Beiträge auf unserer Facebook-Seite und auf unserem Twitter-Account, deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihrem Beitrag #ichhabnichtangezeigt voransetzen, auch wenn Sie hier auf dieser Seite schreiben. (Z.B. #ichhabnichtangezeigt, weil ich noch sehr jung war.)

Nur so können wir Ihre Beiträge zählen. Twitter lässt nur 140 Zeichen zu, deshalb können wir nur Ihre ersten 140 Zeichen veröffentlichen.

Danke!

1.121 thoughts on “#ichhabnichtangezeigt

  1. #ichhabnichtangezeigt, weil es im Ausland passiert ist, weil er ein Freund war, ich es zunächst nicht wahrhaben wollte, dass etwas gegen meinen Willen passiert ist, zumal ich mich auch nicht vollständig erinnern konnte. Zuviel Alkohol wohl nicht, Blackout, Betäubung? Es ist schwierig, nach so langer Zeit alles zu rekonstruieren.
    Ich habe dann irgendwann alles verdrängt, doch mein Unterbewusstsein hat nichts vergessen.
    Jetzt – nach fast zwanzig Jahren ist alles nach und nach wieder hochgekommen – und es tut so weh, als wäre es gerade erst geschehen.
    Das Schlimmste ist, dass ich mein Leben dadurch nicht so führen konnte wie ich wollte. Ich habe viele meiner Verhaltensweisen nicht verstanden.
    Ich kann allen Betroffenen nur raten, mit Jemandem über die Tat zu sprechen und alles versuchen irgendwann zu verarbeiten und sein Leben so weiterzuführen wie man es möchte. Bloss nicht alles auf Dauer verdrängen, denn so zerstört man sich auf subtile Weise sein Leben.

    Ich hebe irhendwann

  2. Jahre nach dem Missbrauch habe ich erst durch Flashbacks die Erinnerung erlangt. Mein Vater hat mich [...] in der Saune verteidigt.
    Nach Rücksprache mit den Eltern wurde mir ihrerseits damals der Gang zum Gericht erspart. 80´ Jahre. Meine Eltern wollten mich als 9 jährige vor Gericht nicht gezwungen sehen über den Missbrach zu sprechen – bzw. öffentliche Vorführung.
    Ich weiß nicht, ob ich mit 9 Jahren (3 Jahre Missbrauch) dazu in der Lage gewesen wäre. Heute ist mein Missbrauch zum Misstrauen geworden. Macht es auch nicht einfacher.

  3. #ichhabdichnichtangezeigt, weil es mit 12 nicht meine aufgabe gewesen wäre, sondern die meiner mutter, die es erfuhr. ich war 8-12 und im nachhinein war die ignoranz der mutter wie ein zweiter missbrauch. nun ist es zu spät, verjährt!
    es war da, es ist da und es wird immer bleiben, aber ich kann damit umgehen, ich habe mir meine seele zurückgeholt!

  4. #ichhabnichtangezeigt Ich hab nicht angezeigt, weil ich zu klein war, um zu wissen, was passiert. Ich hab nicht angezeigt, weil meine Eltern etwas hätten merken müssen, weil ich auch heute noch der Meinung bin, dass meine Eltern hätten reagieren müssen, als sie es mitbekommen haben. Ich hab nicht angezeigt, weil ich dachte, dass das, was er tut, normal ist, wenn man gemocht werden will. Dass man das ertragen muss, wenn man Freunde finden will. Weil ich bei den ersten Malen gerade fünf war, vielleicht auch sechs. Ich hab nicht angezeigt, weil ich es verdrängt hatte, Jahre lang. Und dann nochmal Jahre brauchte, um zu verstehen, nicht mehr zu weinen und wieder zu leben. Ich zeige jetzt nicht an, weil es Verjährt ist. Und ich habe gelernt damit zu leben, ich überlebe nicht mehr, ich lebe. Dafür habe ich gekämpft, es hat sich gelohnt, nie aufzugeben. Denn das Leben kann so schön sein!

  5. Ich habe nicht angezeigt, weil ich zu jung war und gar nicht wusste, dass es überhaupt eine Vergewaltigung ist. Mein Onkel [...]. Er hat mich dazu überredet, meine Kusine war auch dabei. Jahre später habe ich mich wieder daran erinnert und war bei der Polzei [...]. Die hat von einer Anzeige abgeraten, weil die Tat verjährt war.
    Besonders aufregen tut mich das Familienumfeld in solchen Fällen und die mangelnde Aufklärung jungen Mädchen gegenüber.

    Eine nahe Verwandte zeigt derzeit [...] als Erwachsene an und erlebt, warum so viele nicht anzeigen. Die Kripo glaubt ihr nicht, k.o. Tropfen existieren nicht. Frauen mit aufgeschlossener Sexualität scheinen von vornherein selbst schuld zu sein. Sie hat sich mit ihm getroffen, also wollte sie wohl auch vergewaltigt werden.

    Deutschland, manchmal kann ich nur weinen.
    Wenn ich lese, wie viele Frauen statistisch angeblich einen Mann wegen Vergewaltigung “nur so zum Spaß” angezeigt haben sollen, um ihre Beziehungen zu retten oder aus einem anderen fadenscheinigen Grund, als wäre das ein weiblicher Volkssport, wird mir schlecht. Das ist Verleumdnung an der weiblichen Psyche. Als hätten Frauen nichts Besseres zu tun, und wüssten mit ihrer Zeit und ihrem Leben nichts Schöneres anzufangen, als Männer anzuzeigen, sich von der Kripo in stundenlangen Verhören quälen zu lassen und 24 Stunden am Tag posttraumatische Belastungssyndrome vorzutäuschen..

    Ich liebe Männer, nur um das klarzustellen, aber was in diesem Land so hinter geschlossenen Türen abgeht und wie die Polzei und der Rechtsstaat damit umgehen ist einfach nur traurig.

  6. Mir war gar nicht klar, dass es sich vor etlichen Jahren eigentlich um eine Vergewaltigung handelte, immerhin war es doch mein Freund. Er hatte mich lediglich genauso schlecht behandelt, wie meine Familie auch, nur eben im sexuellen Bereich. Mit so wenig Selbstbewußtsein ist einem aber nicht klar, dass damals ganz klar eine Grenze überschritten wurde. Somit war ich auch nicht auf den Gedanken gekommen, rechtliche Schritte einzuleiten.

  7. #ichhabnichtangezeigt, weil meine mutter sagte, sie wolle das nicht hören, was mein stiefvater machte, drei jahre lang. ich habe nicht angezeigt, weil mein vater meinte, ich solle das doch einfach vergessen. ich habe nicht angezeigt, weil es damals in den medien noch kein wort für sexuellen missbrauch gab. es ist 30 jahre her. ich bin heute eine glückliche frau, ehefrau, mutter. aber es war ein verdammt langer und harter weg. ich beglückwünsche alle, die sich auf deisen weg machen- es lohnt sich. auch heute gehe ich immer mal wieder zur therapie, immer wieder kommt dieses thema in mein leben zurück. ich habe gelernt damit zu leben, wie man lernt, mit einer behinderung zu leben. es ist eine behinderung. der missbrauch hat mein leben sehr behindert. und doch hab ich meinen weg gefunden- trotz allem!

  8. Ich war total krank und nicht in der Lage mich zu wehren. Die groben Umstände hatte ich dann einem befreundeten Juristen geschildert, aber nicht gesagt, dass es sich um mich handelt. Der winkte direkt ab, wegen mangelnder Beweisbarkeit.

  9. #ichhabnichtangezeigt-weil ich als Kind so oft geprügelt wurde, daß mir die Vergewaltigung als selbstverstänlich und normal erschienen ist…

  10. #ichhabnichtangezeigt-weil sogar viele Frauen der Mewinung sind, die Opfer hätten die Vergewaltigung verdient (zu kurzer Rock, zu roter Lippenstift, zu aufreizend-letzteres wird besonders bei Kindern gerne angewendet…)

  11. #ichhabnichtangezeigt, weil ich angst hatte. und ich hab immernoch angst. meine mutter sagte, ich soll ihn nicht anzeigen, um die familie nicht zu zerstören. war ja mein cousin. seine eltern glaubten uns nicht. sie sagten und wenn es passiert ist hätte ich es provoziert. ich war damals vielleicht 8. er um die 14/15. damit war er ja eh nich voll straffähig. auch aus dem grund solle ich ihn nicht anzeigen. und ich habe mich so sehr geschämt dafür. ich bin seit 13 jahren ständig wieder in behandlung wegen depressionen und angststörungen. und weil ich absolut kein selbstwertgefühl aufbauen konnte. was kann ich schon wert sein, wenn man meint, sowas mit mir machen zu dürfen?

  12. #ichhabenichtangezeigt, weil mir niemand glaubte und es mir so unsagbar peinlich war. Ich wollte doch nur ein bisschen knutschen, aber er hat einfach nicht aufgehört, als ich nein gesagt habe.

  13. ichhabenichtangezeigt, weil ich als Kind von “meinem” Stiefvater sexuell ( jahrelang ) missbraucht wurde und später habe ich mich nicht mehr getraut, weil ich Angst hatte, dass mir NIEMAND glaubt.

  14. #ichhabnichtangezeigt, weil… ich mich schämte ein Opfer sexueller Gewalt zu sein. Nach dem es passierte, ging ich mit ihm für 4 Wochen eine Bezieung ein. Er hatte Angst vor mir als selbstbewußte Frau. Er wollte mich vernichten. Er kam aus einem Kriegsland und war traumatisiert. Er drohte mir mit schwarzer Magie. Er wollte mich aufspüren und umbringen. Mir blieb nur die Flucht. Bei einer polizeilichen Vorladung im nochmal begegnen? Vor Gericht alle Details noch mal erzählen und erleben? Wer würde mich mit meiner Bedürftigkeit schützen? – Nach der Flucht begann ich ein komplett neues Leben. Doch das Trauma bleibt.

  15. #ichhabenichtangezeigt, weil ich erst 6 jahre alt war, ich wurde von einem familienfreund, der damals ca. 18 jahre alt war, sexuell missbraucht. ich habe ihm vertraut, er war wie ein großer bruder. er hat es einfach ausgenutzt. nach diesem tag bin ich nicht mehr zu dieser familie gegangen. damals hatte ich nicht verstanden, was er mit mir gemacht hat und als ich es dann irgendwann verstand, dachte ich es wäre zu spät es anzuzeigen. heute bereue ich es! nach meinem 16. lebensjahr habe ich ihn zufällig ein paar mal gesehn, er hat immer gegrinst und so getan als wenn nie was gewesen wäre. selbst da habe ich mich nicht getraut, da ich dachte man wird mir nicht glauben, weil ich so lange geschwiegen habe…

  16. ich hab nicht angezeigt, weil meine Mutter mich immer vor den bösen Männern gewarnt hat. Doch sie hat mich zu dem Nachbarsjungen geschickt. Er hat es immer mal wieder wiederholt. 3 Jahre lang. Besonders das letzte Mal war brutal, er wurde gewalttätig. Sie hätte mir NIE geglaubt! Schließlich war seine Mutter eine Sportkollegin von meiner Mutter, und wir wohnten in Sichtweite. Sie würde mir auch heute nicht glauben, ich werds daher nicht erzählen. Und von Anzeige und Polizei hatte ich damals ohnehin keine Ahnung!

  17. Bin vom Kinderarzt mißbraucht worden – habe ein Glück vor Jahren zufällig seine Todesanzeige gelesen. Als ich meiner Mutter Jahre später von dem Mißbrauch berichtete hat sie mir nicht geglaubt. Der Mißbrauch war in eine Pseudo-Untersuchung eingebettet.

  18. 15 Jahre, erster Freund, und nicht angezeigt, weil ich mich so geschämt habe und dachte, dass mir niemand glaubt

  19. #ichhabnichtangezeigt: Weil sie mich immer wieder kriegen. Weil es immer wieder passiert. Weil sie mich zu einem Werkzeug gemacht haben. Polyfragmentiert. MPS. Sie töten mich, wenn ich sie anzeige. Ich töte mich, wenn ich mich an zuviel erinner. Weil sie es mir so einprogrammiert haben. Ich bin wütend. Ich bin traurig. Ich ekele mich so. Keiner spricht davon. Ich bin nie alles auf einmal. Zuviel zu sehr zerrissen. Niemand hört zu, wenn ich nichts sagen darf. Wenn ich reden würd, wär ich tot. Warum macht niemand was dagegen? Warum klärt niemand auf? Die nicht wegkommen, können nicht aufklären und anzeigen. Will, daß das aufhört. Kann es nicht beenden. Sage “ich”. Es gibt kein hier “ich”. Es gibt nur “etwas”. Das meistens funktioniert. Maschinell. Etwas ohne Hoffnung.

  20. #ichhabnichtangezeigt, weil man mir eh nicht glauben würde und ich viel zu wenige details weiß und weil man vor gericht wie als eine straftäterin behandelt wird!

  21. #ichhabnichtangezeigt War noch jung,12 vielleicht, war mein stiefbruder.dachte,mir würde eh keiner glauben und ich nur meinen geliebten stiefvater damit verletzen,daß sein sohn sowas macht.wollte meinem “papa” nicht dermaßen weh tun.stiefbruder hat sex.handlungen an mir vollzogen,aber nicht [...] ich dachte,daß ist ja dann kein mißbrauch,niemand würde ihn dafür bestrafen.geschah alles ca 1990-1996.ist wohl jetzt verjährt.werds aber “papa” bald erzählen.hab aber starke depressionen.muß erst stabil genug dafür werden.wünschte, ich hätte meinen stiefbruder damals angezeigt.

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